O du fröhliche, o du selige

Die Weihnachtstage in der Pfarrei St. Wendelin Dulliken

Bereits nach den Herbstferien haben Kinder und Erwachsene damit begonnen, dem göttlichen Kind an Weihnachten einen würdigen Empfang vorzubereiten. Dazu dienten die beiden gutbesuchten, lichterfüllten Rorategottesdienste der 3./4. Klasse am 30. November und der Firmlinge am 8. Dezember, aber auch der vorweihnächtliche Gottesdienst für unsere Seniorinnen und Senioren am 14. Dezember mit dem Flötenensemble „Flaute dolce“ und dem gemeinsamen Mittagstisch im Pfarreizentrum.

Doch auch unsere Schülerinnen und Schüler bereiteten sich auf diesen besonderen Tag vor. Von den Wenigsten bemerkt haben seit dem 12. November 22 aufgestellte Schülerinnen und Schüler von der 1. Klasse bis zur 1. Oberstufe unter der Leitung von Heidi Oegerli, Bernadette Bärtschi und Ulrika Meszaros das Musical „D’Müüsli vo Nazareth“ von Ruedi Hof einstudiert.

Am Heiligabend um 16.30 Uhr war es dann soweit. Zahlreiche Familien strömten in unsere beinahe vollbesetzte Kirche, um sich im beliebten Familiengottesdienst die Weihnachtsbotschaft nicht nur anzusehen und anzuhören, sondern auch mitten in dieses Geschehen hinein genommen zu werden. Das Geschehen des Weihnachtsevangeliums wurde uns nun plastisch vor Augen geführt. Timon und Josef, die noch an einem dringenden Auftrag arbeiteten, lobten Maria, die zukünftige Frau Josefs. Während Maria die Schafe fütterte, erschien ihr der Engel mit der frohen Botschaft. Pipsi, die kleine Maus, hatte gehört, wie der Engel verkündete, Maria werde ein Kind bekommen, das auf den Namen Jesus getauft werde und Sohn Gottes sei. Pipsi erzählte es allen ihren Mäusefreunden, welche beschlossen die Verheissung unters Volk zu bringen. Nach einer kurzen Beratung, an welchen Orten die Botschaft am wirkungsvollsten gestreut werden soll, zogen sie los, um die erfreuliche Nachricht im ganzen Land zu verbreiten. Aber es erging ihnen nicht wesentlich anders, wie den damaligen Propheten. Die Menschen verstanden ihre Botschaft nicht; sie waren viel zu beschäftigt mit ihrer eigenen Welt. Die Frauen am Dorfbrunnen taten abschätzig und bewarfen die Mäuse mit Steinen. Der König auf dem Schloss brauchte Ruhe, um zu regieren und meinte wichtigtuerisch: „I wet allne Lüt guet gfalle, i muss schöni Chleider ha, wet dr beschti si vu allne, i bi doch dr wichtigst Ma“. Selbst die Kinder auf dem Schulhausplatz hatten kein Gehör für die Verkündigung und auch dem Bettler fehlte das Verständnis für die Verheissung der kleinen Mäuse. „Keine hät eus zuglosd“, meinten die Mäuse dann resigniert. So entschliessen sie,  selber zur Krippe zu gehen, wo sie mit Maria und Josef die Geburt des Kindes feiern.
Mit sehr grossem Einfühlungsvermögen haben alle Kinder ihr Bestes gegeben und sind teilweise sogar über sich hinausgewachsen, besonders bei den zahlreichen Gesangspartien und den stimmigen Weihnachtsliedern. Ihre Begeisterung und Freude hat sich auf die ganze Gottesdienstgemeinschaft übertragen. Bestimmt haben nicht nur die Mäuse die Botschaft dieses Spiels zu Herzen genommen. Diese Botschaft lautete: dass an Weihnachten nicht Geschenke das Wichtigste sind, sondern dass es da noch ein Wunder zu feiern gibt, welches unter dem Weihnachtsstress oft ein wenig in Vergessenheit gerät.

Im Mitternachtsgottesdienst um 23.00 Uhr als auch im Festgottesdienst am 25. Dezember sang der Kirchenchor unter der Leitung von Ulrika Meszaros weihnachtliche Gesänge sowie Teile aus der Messe de Minuit von Charpentier. Zu Beginn ertönte das festliche „Wachet auf“ (Version Mendelssohn), gefolgt von 3. Strophen vom Lied: „Maria durch ein Dornwald ging“ als Kyrie des Frauenchors, begleitet mit Violinen, und zum Gloria vom Gesamtchor das beschwingte „Ding Dong! Merrily on high“. Nach der Predigt sang der Chor, begleitet vom Barockensemble, „Laudate Dominum“ von W.A. Mozart. Ein Stück mit  wundervollen Solopartien, gesungen von der Sopransolistin Martina Bondt – ein wirklich weihnächtlicher Genuss.
Zum Geniessen und Mitsingen luden aber auch etliche Weihnachtslieder ein, wie „O du fröhliche“, „In dulci jubilo“, „Stille Nacht, Heilige Nacht“ und „Nun freut euch ihr Christen“. Gesänge und Lieder begleiteten Brigitte Salvisberg an der Orgel und ein Barockensemble mit Violinen (Mojca Gal, Claire Foltzer), Viola da Gamba (Alexandra Polin), Kontrabass (Daniel More). Als Solisten wirkten in der Mitternachtsmette mit Martina Bondt, Sopran, sowie im Festgottesdienst die Chorsolisten: Catharina da Silva, Claudia Küpfert und Jörg Nyffeler.

Herzlichen Dank allen, die beim Krippenspiel und den Gottesdiensten mitgewirkt haben, den Schülerinnen und Schülern, dem Kirchenchor, der Organistin, dem Barockensemble, den Solisten, der Ministrantengruppe, dem Sakristanenteam, der Floristin, dem Sekretariat, aber auch allen im Hintergrund, die nicht namentlich aufgeführt sind. Dank euch allen erlebten wir besinnliche und erfüllte Weihnachtstage.

Josef Schenker